ERGÄNZT! Enfin: Semaine Saint!

Also, jetzt komm ich mal dazu von Ostern zu berichten, was ich noch so behalten habe!

Ostern ist im katholischen Glauben, müsst ihr wissen, ein Drei Tage "Fest", das Triduum heißt. Wie der Priester auch bei der Einleitung erklärt hat, warum heißt es denn Triduum, wenn es doch vier Tage sind: Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag? Na, weil in der Zeit der Bibel, die Tageszählung bei Sonnenuntergang begann und schon dann der neue Tag anbrach. So ist von Donnerstagabend auf Freitagabend 1, von Fr. auf Sa. sind es 2 und dann von sa bis zur Auferstehung am So.morgen 3 Tage.

Also beginn ich mit Donnerstag. Gründonnerstag. Aber darüber müsste ich schon etwas berichtet haben, denn das war der Gottesdienst mit der Fußwaschung. Eine gehaltvolle Geste.. Nun.. ich wusste nicht vorher, dass nur die in der ersten Reihe 12 ausgewählt hatten, denen die Füße gewaschen werden, von daher war ich neugierig, wie es ablaufen würde mit den ganzen Füßen. ;)

Naja, aber ich wurde beruhigt. Denn, obwohl Patty mir gesagt hat, dass ich lieber weit hinten sitzen sollte, wenn ich meine Füße nicht gewaschen haben wolle, waren meine Sorgen kurz zuvor trotz etwa dritter Reihe unbegründet. Zuvor wurden 12 Personen in den ersten Reihen ausgewählt, denen die Füße gewaschen wurden. Puuuuh! Denn, ich wollte meine Füße nicht unbedingt präsentieren.;) Die Kirche war auch ganz hübsch geschmückt. Zwischen den beiden.. Bänken, also die Stühle, in denen hauptsächlich die Engagierten in ihren Roben sitzen, war ein langer Tisch aufgestellt, auf den Brot, Trauben & Wein lag. Und gedeckt genau mit 12 Gläsern und Tellern, also erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Danach gab es ein richtiges Festessen, oben in der Abtei für die, die dort wohnen. In den letzten Tagen wurden es immer mehr, die hier her kamen und die meisten „serviteure“ für Ostern waren schon angekommen. Normalerweise ist auf dem Flur der ersten Etage viel Platz, doch an diesem Abend musste man sich echt durchschlängeln, um von Ort zu Ort zu kommen. Denn es wurde zum Essen viele kleine Tische aufgestellt, wenn ich mich richtig erinnere, waren es etwa über sieben Tische den ganzen Flur entlang. Und dort waren dann Leckereien, wie Pizzaschnitten, foie gras (so kleine Brotstückchen mit Aufstrich), pain surprise, Chips und Sprudelgetränke verteilt. Danach gab es auch Salat, Hauptgang und als Nachtisch einen sehr, sehr leckeren Kuchen (habe mir drei Stücke etwa genommen, waren ja klein. ;) ) Der Abend war recht schön, weil man gut mit vielen reden konnte, wenn ich auch nicht so wirklich nen Ort gefunden hatte, außerdem hat man so entdecken können, wer denn schon alles angekommen war. Nach dem Essen wurde wie üblich gesungen um Gott dafür zu danken und gemeinsam alles aufgeräumt. Die Zyklisten waren an dem Abend für den Abwasch und das Aufräumen zuständig, deswegen waren sie etwas gestresst, als es an das Aufräumen ging. Danach konnte man noch in die Kirche bis spät in die Nacht. Fast hätte es auf einem Tisch gebrannt, weil die Servietten auf die Teelichter fielen und die Plastiklöffel an gekokelt haben. Gut, dass es diesmal auch Wasser auf dem Tisch gab. Ich bin danach ins Bett gegangen.

Am Karfreitag (Saint Vendredi; Heiliger Freitag) war es ein kompletter Schweigetag. Morgens wie Mittags wurde gefastet, das heißt, es gab kein normales Frühstück und Mittag, sondern nur Wasser und Brot (recht frisches Brot und heißes Wasser für Tee oder eben kaltes zum Trinken). An diesem Freitag wurde nämlich der Verurteilung und Kreuzigung Jesu gedacht. Jesu ist an dem Tag am Kreuz für unsere Sünden gestorben und das wurde an diesem Freitag gedacht. Ich habe auch mit gefastet, wenn ich auch noch vor der Visite etwas anderes gegessen habe. Eigentlich kann ich mich nicht daran erinnern, dass noch viel mehr passiert ist. Am Abend wurde das Schweigen dann beendet und ich habe mal im Salle de Coule gegessen, da jetzt bei mehreren Leuten, mehr Essenssälle verwendet wurden. Nach und nach habe ich auch immer mehr bekannte und neue Gesichter getroffen, wie Olga, die Russin, oder eine Chinesin, die jetzt im Haus in Marseille wohnt. Auch später, am Samstagnachmittag habe ich immer mehr getroffen.
Am Abend hab ich noch so zwischen Tür & Angel mit Laure geklärt, dass ich das Wochenende für mich mache, mal eben so nebenbei..
„Für mich“ machen heißt, dass ich an dem Wochenende nicht im Service bin und alles für mich erlebe und nicht für andere arbeite.
Das war auch ganz wichtig, weil das letzte Weekend Jeune (Jugendwochenende) Jericho war, dass ich mitgemacht habe und dort als Serviteure mitgearbeitet habe.. da ging es mir nicht so gut und es war wichtig für mich, Ostern hier und so wie die Gemeinschaft mir davon immer vorgeschwärmt hat, für mich zu erleben zu können. Samstagmorgen habe ich noch in der Visite gearbeitet. Danach fing gegen drei das Wochenende im Grange Bateliere an, in dem ich das erste Mal reingegangen bin. IM Grange Bateliere sind eigentlich Ausstellungen von Künstlern im Sommer zu sehen und wurde erst vor einiger Zeit renoviert. Es ist ein Gebäude unten am  Hafen gelegen, das eigentlich nur aus einem großen Raum besteht. Für Ostern wurde dort eine Bühne aufgebaut und Stühle, sowie ein Teppich bis zur Bühne ausgerollt, damit man sich vor der Bühne auch hinsetzen kann. Der Tag begann damit, dass noch ganz viele sich am Empfang anmelden mussten und daher der Anfang später als die gedachten 15 Uhr war. Irgendwann wurde auch die Band müde, die schon seit mehreren Stunden auf der Bühne probt uns spielt, die bereits eingetroffenen zu animieren. Aber es wurden immer wieder Lieder gespielt und viele haben vorne gestanden und haben getanzt oder die Hände gehoben. Als es dann anfing, begann es damit, dass ein junger Mann von seinen Erfahrungen zu Gott erzählt hat und später kam dann eine Familie zu Besuch. Und was für eine Familie. Was sie erzählt haben, hat mich sehr berührt.

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Kommentare: 1
  • #1

    chouette ;-) (Samstag, 03 Mai 2014 20:51)

    Juhu :)