Aschermittwoch, jeûner & royaler Besuch

Was ist in den letzten zwei Wochen alles passiert.. Könnt ihr mir noch sagen, was bei euch los war? Hier war unglaublich viel los, obwohl die vorletzte Woche sehr ruhig begann, denn: die Fastenzeit hat am Aschermittwoch begonnen. Das bedeutet, beten, fasten und sich Gott annähern. Dazu möchte ich euch noch eine Karikatur zeigen.. Noch dazu sind letze Woche die Cyclisten nach Spanien und Reims in Frankreich für eine Woche für ein Projekt vor Ort ausgereisst, so dass es ausnahmsweise ruhig war und nur drei Tische besetzt waren (Sonst sind es mindestens sechs)! Sprich, im ganzen Haus war sehr wenig los, da kaum 30 Leute hier waren. Wie Hortensie sagte, als ihr auffiel, wow 28 Leute "nous sommes pas nombreuses ces soir" (Heute Abend sind wir nicht sehr viele) und sie dann stutze und meinte, bei ihr zu Hause heißt "Nicht viele" zu dritt oder viert sein. Das ist schon erstaunlich, wie sich Verhältnisse verändern. Ach ja, wo ich schon bei der lieben Hortensie bin (Übrigens, sie wird [Ortens] ausgesprochen, ja, ich hab auch den Fehler gemacht, ihn wie die deutsche Blume auszusprechen, da hab ich zuerst nicht verstanden, als andere ihren Namen auf Französisch aussprachen), sie war für etwa eine Woche hier auf Hautecombe und hat mit Service gemacht. Jolien ist jetzt für zwei Wochen zurück in den Niederlanden und macht dort Urlaub. Die Retraite muss sie wohl viel bewegt haben. Nun aber zurück zum Aschermittwoch. Vorher war nicht wie sonst der Schweigedienstag. Aber wie gewohnt Gouter mit anschließendem Menages der Abtei. Denn Mittwoch war ein besonderer Tag und das Repas simplifie und Schweigen wurde alles auf Mittwoch verschoben. Denn Mittwoch begann die Fastenzeit und das merkt man zwar nicht immer, da normal gegessen wird, aber beispielsweis beim Goûter spürt man, das weniger geboten und "gefastet" wird. Leider weiß ich nicht mehr, wie der Gottesdienst am Mittwoch war, aber ich erinnere mich, dass ich ihn als schön empfunden habe. Ich bin sogar nach vorne gegangen und habe mir ein Aschekreuz auf die Stirn zeichnen lassen, als Zeichen, dass die Fastenzeit nun beginnt. Naja und dann war über den Tag nur Wasser bzw. Tee und trocken Brot zu Essen. Dabei wurde geschwiegen und wieder wie an einem Dienstag klassische Musik zum Essen gespielt. Abends war aber alles wieder recht normal. Man wird wohl in den nächsten Wochen merken, was fasten (jeûner) und Fastenzeit (carême) hier bedeutet. Fasten heißt übrigens nicht nur, auf Völlerei und etwas zu verzichten, sondern sich mehr Gott zu zuwenden und sich mehr auf seine Worte und Liebe einzulassen. Zu dieser Zeit wird auch die Gelegenheit genutzt, mehr zu beten, da man sich weniger mit den weltlichen Dingen beschäftigt und sich mehr auf die geistliche Ebene hingibt. Ich werde immer wieder angefragt, ob ich Unterschiede zwischen den Ländern merke. Ehrlich gesagt, kann ich bisher nicht sagen, was für Differenzen es zwischen den verschiedenen Ländern gibt. Außer, dass wir Deutschen etwas auf unser Recht bestehen und gerne meckern. Das merke ich na mir und auch manchmal an den anderen deutschen Freiwilligen während des Seminars.. Das ist nicht böse gemeint, aber ich musste schon manchmal den Kopf schütteln, worüber sie sich beschwert haben. Vielleicht bin ich auch einfach etwas so minimiertes hier gewohnt, dass selbst getoastet Toast für mich wunderbar erscheint. ;) Und nun mal zu dem was ich mit royalem Besuch meine.

Denn diesen Samstag war der Trauertag bzw. Gedenktag der Könige Italiens, die in Hautecombe beigesetzt sind.
Da kamen ganz viele Royals auf Hautecombe und ich habe es förmlich gerochen, dass Fremde im Haus waren!
Vormittags, so vermute ich, war ich in der Küche und hab mich danach schlafen gelegt. Da ich am Nachmittag frei hatte, hatte ich die Idee, nicht nur der am Vorabend (schnaufen ist etwas überhöht, aber seufzen wäre zu wenig ausgedrückt, bitte das mittlere, deutsche Wort hier einsetzten) Alessandra, die drei Stunden Wache an einer Tür halten musste, Tee vorbei zu bringen. Das kam auch gut an! Ich hab auch die restlichen Schokoladenvorräte von mir verschenkt, das kam ebenfalls gut an. Ich hatte eigentlich gedacht, dass es draussen kälter wäre, aber wahrscheinlich lag es nur daran, dass ich mein Zimmer unterkühlt hatte und ich mich selbst, wie fast jeden Vormittag, runter gekühlt habe (vor dem Mittagessen, wenn ich mich kurz in meinem Zimmer hinlege, habe ich die Heizung aus und werde kalt)..
Die ganze Woche über haben die fünf Cyclisten, die hier ihre Projekttage verbracht haben, im sogenannten Dispo royal, sämtliche Orte sauber gemacht, einschliesslich des "Grandes Bateliers". Auch wurde mal die zweite Tür im "Salle des Coules" geöffnet, die sonst immer mit Vorhängen verdeckt ist. Insgesamt hat man auf Hautecombe die "Royals" von etwa 12 bis 16 Uhr hier erlebt. Gegen 16 Uhr, nqch Ende der Gedenkmesse, sind aber schon die meisten abgefahren. Ich sag euch, die Masse an Autos habe ich hier noch nie gesehen! Buse aus Italien sind extra mitgereist! Da ich gerade am Gemeinschaftspc sitze, habe ich gerade keine eigenen Fotos, aber ich kann euch erste Eindrücke durch die Fotos von Nicolas geben.. z.B. wie der italienische Prinz aussieht, den ich übrigens von Nahem sehen konnte!
Am Wochenende (wenn Paddy gefahren ist :'(( ), widme ich mich auch mal wieder dem Reiter hier "Fotos" und füge neue Fotos ein.

noblesseetroyautes.com
© photo : DL

http://www.noblesseetroyautes.com/2014/03/hommage-au-roi-umberto-ditalie-en-labbaye-de-hautecombe/comment-page-1/

© Nicolas R.
© Nicolas R.

Naja, der "Royale Tag" ging dann auch schnell vorbei, abends war dann die grosse Freude, das endlich die anderen wieder kamen, aus Reims oder Zaragoza (Spanien). Letzere kamen etwa gegen zehn Uhr an. Die Cyclisten haben sich sehr gefreut, endlich wieder vereint zu sein. Essenstechnisch gab es abends das zweite oder dritte Mal Reste, auch Reste des royalen Essens. Eigentlich war es nicht so hochwertig, aber mal was anderes: u.A. Erbsen & Krabben in mayonaisseartiger Creme, etwas, das so ähnlich aussieht wie Kroketten (Ich aber nicht probiert habe, da es nicht so viele gab) und extravaganten Nachtisch: panacottagleiche Creme und etwas, das nach Mousse au Chocolate aussah, aber Käse enthielt. Oh, und den Birnensaft und den feinen Wein wurde uns auch noch da gelassen.. Noch dazu fünf Säcke Brötchen, die über ne Woche gefühlt durch gehalten haben, aufgewärmt am Besten schmeckten. ;) Wenn mir noch was zu dem Tag einfällt, erwähne ich das in den folgenden Einträgen.
Schön, dass du bis hier durchgehalten hast, zu lesen! :D

 

Eure Laurabell

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Kommentare: 1
  • #1

    Chouette ;-) (Donnerstag, 24 April 2014 23:26)

    "etwas, das nach Mousse au Chocolat aussah, aber Käse enthielt"
    interessant...hab ich da was übersehen?!? :D