Frohe Weihnachten - Draußen vom Walde komm ich jetzt zwar nicht..

..her, aber ich kann euch sagen, hier weihnachtet es sehr !

 

Heute ist Heiligabend. Und das wird hier natürlich groß gefeiert! Heute hatte ich erstmal meinen freien Tag nach einer anstrengenden arbeitsreichen Woche. Naja gut, vorgestern war ich morgens in der Visite und dort war so gut wie nichts los, im Verhältnis zu anderen Tagen. Gestern war noch der "camionette" da und ich war das erste Mal dabei, die Spenden zu verteilen. Eigl hätten Jolien und ich morgens arbeiten müssen, aber so konnten wir wenigstens bisschen länger schlafen (nix da, intensiver Schlaf und von den anderen beiden wach geworden) Also, ich hatte so schon ein bisschen einen ruhigen Tag. Aber fragt mich nicht nach gestern (vllt schrieb ich noch irgendwann was dazu). Mein Gedächnis ist eh überlastet und kann gerade mal die letzten 20 Std. wiederholen.. Heureka... Ich sollte zuhause deswegen mal wohin.. oO

Nun denn, nach dem Frühstück, das nicht wie gewohnt am Dienstag bis 10 Uhr geht und im Schweigen gehalten wird und ich daher ein wenig mir ein kleines Frühstück zusammen suchen musste, bin ich rauf auf das Zimmer, dass ich jetzt mit Franziska, Jolien & Christina teile und habe ein paar Dinge besorgt. Ich habe ein Vorabweihnachtsgeschenk schon öffnen dürfen und wollte nun mein Handy mit Weihnachtsmusik bestücken, damit wir darüber im "Kerzenschein" der Musik lauschen können. Da Christina und Franziska an diesem Vormittag in der Wäscherei helfen mussten, wollte ich ihnen damit eine Freude machen und sie mit der Musik überraschen. Okay, guter Plan-aber ist leider fehl geschlagen: Franziska hat ihre eigenen Boxen mitgenommen und mein Handy lies das Bluetooth nicht stark genug anzeigen, dass mein Gerät das nicht gefunden hat. Also wars das. Betrübt und enttäuscht, dass ich ihnen doch keine Freude machen konnte und überrascht habe, bin ich also aus der Wäscherei raus und irgendwann auf der Terrasse der Abtei gelandet, denn mein zweites Ziel war es, ein paar Tannenzweige und Blätter, die traditionell weihnachtlich sind (Tannenzweig, Distelblätter mit Frucht), fürs Zimmer zu sammeln, um es ein wenig weihnachtlich zu schmücken. Ich hab aber um die Abtei rum keinen einzigen wirklich guten Tannenzweig gefunden, von den Disteln ganz zu schweigen! Als ich dann aufgeben wollte, ist mir Janis, der jetzige Gärtner begegnet und ich wir haben ein wenig geredet. Davor muss ich euch noch von einem unglaublichen Ausblick erzählen! Von der Terasse der Abtei hat man ja sowieso einen unglaublichen Ausblick auf den See und die Berge ringsherum. Als ich dann von der rechten Seite auf die Terrasse gekommen bin und schon aufgegeben habe, noch was zu finden (obwohl ein Berg Tanne auf der kleinen Terasse lag, da ich aber nicht wusste, wer und warum, habe ich nicht wirklich bei dem Haufen gesucht), fiel mein Blick also auf die Aussicht und mir fiel vor erstaunen ein lautes "Wow!" aus dem Mund. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie eindrucksvoll die Aussicht ist, wenn man bis zu den Bergen mit Schnee sehen kann! Ich glaube sogar, in dem Moment schien die Sonne auf den Schnee und hat es noch imposanter aussehen lassen. Ich konnte den Blick fast gar nicht davon lassen und bin erstmal bis an die Klippe gegangen. Es ist so schön gewesen.. Weiter zu dem Moment, wo ich Janis getroffen habe, den Letten. Ich redete so über die Aussicht, Weihnachten und rundherum, da kamen wir ein wenig darauf, was ich eigentlich erreichen wollte (also die Zimmerdeko). Er meinte, den Haufen auf der Terasse habe er fabriziert und würde von der Communité nicht mehr gebraucht, ich könnte mich doch daran bedienen. (Wow, manchmal hat man das Gefühl, jemand hört einen.. ;) ) Also hatte ich dann doch noch Tannenzweige gefunden und sogar durch Janis eine gute Idee gewonnen: er und seine Familie haben so nämlich einen Weihnachtsbaum sich gebastelt, soweit ich das verstanden habe. Sie haben einen großen Ast genommen und ganz viele Äste daran befestigt. So gab er mir Band und Draht, Schere und Zange, Handschuhe hab ich mir dann selbst geholt, und ich konnte mich ans Werk machen!

Da es wie immer gegen ein Uhr Essen war, musste ich das Werkeln unterbrechen, was gut war, weil allmählich das Wetter sich drehte- es wurde auf einmal richtig stürmisch-welch Wind!
Nach dem Essen hab ich dann sofort weiter gearbeitet und meine freie Zeit darauf verwendet, diesen Baum fertig zu kriegen. Es dauerte auch einige Zeit und meine Finger haben ganz schön gelitten. ;) Aber am Ende wurde das Bäumchen dann doch fertig und ich habs im Zimmer gut aufstellen können. Da ein grüner Tannenbaum noch lange keinen Weihnachtsbaum macht, hab ich ein wenig in dem Zimmer am Regal gearbeitet, ein paar Weihnachstdecken hingelegt und den Baum letztenendes allein geschmückt, da die anderen leider noch nicht da waren. Man sehe das zwischenzeitliche Ergebnis:

Man sieht, dass uns glücklicherweise doch viel von zuhause erreicht hat. Manchen Pakete musste der Eine oder Andere wirklich der Versuchung wiederstehen, es schon vorher aufzumachen. Als dann die Mädchen endlich in den Raum kamen, bzw. ich wieder reinkam, als sie da waren, haben sie sich zum Glück sehr über den Baum gefreut! Und so hatten wir im Zimmer doch ein wenig gewohntes Weihnachten. Das I-Tüpfelchen machte dann noch meine Lichterkette uuuuund ich habs hinbekommen, dass mein Handy doch an mein Kerzen/Lautsprecher angeschlossen wurde und wir so Weihnachtsmusik hören konnten. Aber die Bescherung war aber sowieso erst gegen Mitternacht.

Deeeeeenn, ausser, dass ich mich bestimmt 5mal umgezogen habe: Freizeit zu Edel- zu Arbeits- zu Freizeit- zu Edelkleidung (also edel im Sinne, dass ich mal nen Rock an hatte), war am Abend die Messe und die anschließende Feier.

Der Tag war sonst recht aufgewühlt, weil nach und nach alle zölibatären Geschwister ankamen. Ich hab die ganze Zeit überlegt, ob ich die Frau, die mich im Sommer abgeholt hat schon gesehen habe. Ich dachte schon, ich erkenne sie nicht mehr wieder, bis sie dann ankam. :) Das war richtig schön, jemanden wieder zu treffen. Nunja, dank ihr hab ich dann auch in die erste Reihe bei einer Abendveranstaltung hier gesessen (eine Art Groupe de Priere). Das heisst, sie hat mich dann mit nach vorne genommen und ich durfte mich erstmal, wie andere Zyklisten und Freiwlligen, die über Weihnachten da geblieben sind, vorstellen.

Der Abend war aber trotz erste Reihe sehr gut. Nur halt überraschend, auf einmal ganz nach vorne zu gehen.

Also, nach dem Süppchen, das Abendessen, war auch schon bald die Messe um neun. Angefangen hat es richtig schön mit Gesang des Liedes "Stille Nacht, heilige Nacht". Aber nicht, wie man denkt, nur auf französisch, nein, da Hautecombe international ist, war das Lied es auch! U.A. auf arabisch, lettisch, vermutlich russisch, portgusisch, burindi, polnisch und viele mehr. Das war wirklich interessant, dass so ruhig und auf einer fremden Sprache zu hören.
Dann begann die Messe aber auch schon:

mit dem Einmarsch der Priester, gefolgt von jemandem mit einem Kreuz, Weihrauch und einer Bibel, hoch haltend. Da hat man die Bedeutsamkeit der Bibel richtig gemerkt, da sie so präsentiert wurde. Also, insgesamt war die Messe echt schön. Das Ende war eins der schönsten Teile, weil dann ein traditionelles Familienfoto gemacht wurde und alle der Gemeinschaft in ihren Roben (weiße Gewänder) zum Altar gegangen sind und gemeinsam gesungen und geschunkelt haben und alle haben sie gelacht und waren glücklich, wie mit "ihrer Familie" zusammen zu sein. In dem Moment hat man die Freude wirklich greifen können. Dann wurden auch noch durch die ganze Kirche durch getanzt. Jeder hatte jemanden an der Hand und ist so weitwärts in einer Schlange durch die Kirche getanzt und dazu wurde Musik gemacht und Instrumente gespielt. Es war eine so schöne Atmosphäre und fast jeder hat gelächelt oder sogar gelacht.
Dann gab es für alle, die von aussen (Dörfer drumrum) kamen, heiße Schokolade (dachte, wir von Hautecombe dürften nicht, aber dann konnte auch ich eine heisse Schokolade ergattern :D). Und wenn ich heisse Schokolade sage, dann ist es auch heisse Schokolade und nicht Kakao: die ganze bitter Schokolade wurde in heisse Milch aufgelöst, dass war ungewohnt bitter, aber auch lecker. Vorallem tat die Wärme bei der Kälte sehr gut. Danach ging es aber schon rüber zum großen Saal (Bonhoeffer), um dort im Kreise der Gemeinschaft zu feiern und gemeinsam zu essen. Dort gab es dann Buffettische und sogar Fanta und Cola zu trinken! Dort hat man dann auch wie zuvor immer mehr Leute neu und wieder erkannt, die wegen Weihnachten auf Hautecombe zurückgekehrt sind. Wie z.B. Hubert, der Deutsche, der hier vorher der Gärtner war. Leider hab ich aber nicht viel mit ihm geredet. Momentan ist er in Spanien, weil er seinen Ort gewechselt hat. Während des Essens wurde gesungen und getanzt und Sketche und Geschichten erzählt. Ich denke, ich habe auch viel getanzt. Gegen elf rum hab ich mich mit Jolien und Franziska entschieden, nach oben zu gehen. Franziska wurde, ähnlich wie ich, immer neugieriger auf die Pakete.
Also, als wir dann oben waren, sah das beim Baum dann auch schon so aus:

Dazu muss man sich dann vorstellen, dass aus der Kugel im zweiten Fach schöne Weihnachtsmusik kam und Kerzen erleuchtet waren. Wir haben dann zu dritt: Jolien, Franziska und ich, noch auf Christina warten wollen, die aber noch auf der Feier war. Als wir dann einige Zeit gewartet haben, entschieden wir uns dann dazu schon mit der BESCHERUNG anzufangen.

Ganz niedlich war, dass die Mädchen einander sich was geschenkt haben und auch mir jeder etwas.. Ich fühl mich noch immer schuldig, dass ich für sie nichts hatte..
Christina kam aber noch recht in der Mitte an, so dass wir dann doch zusammen auspacken konnten.

Neben Schokolade (Milka♥) hab ich drei süße Kärtchen der Mädchen erhalten, Lesezeichen und kleine Süßigkeiten (wir haben übrigens währenddessen auch gut genascht, Jolines Spekulatius oder Franziskas Schokobohnen).

Achja, das Marzipanbrot, das vermutlich für Nikolaus (eigentlich auch noch was zu erzählen) gedacht war, hatte ich mir auch bis dahin aufgehoben und endlich auspacken können.

Und dann hab ich ein richtig schönes Geschenk von zuhause, unkenntlich eingequetsch, in eine Tüte bekommen: eine wunderschöne rote Weste (der perfekte Begleiter für Paris)!! Ich muss so ein Leuchten im Auge gehabt haben. Ooooh, das ist ein so schönes Geschenk! Und jetzt morgen (28.01) werd ich genau die Weste auch mit nach Paris nehmen. Und auch das erste Mal richtig anziehen.. :) Bisher wurde sie nämlich geschont. Unsere Bescherung sah übrigens so aus:

Die letzten Fotos sind im Schlafanzug gemacht worden, vorher hat es nicht so geklappt, alle zusammen zu fotografieren.

Soweit war es das von Heiligabend. Also, wenn mir noch was einfällt, erwähne ich das in neueren Beiträgen.
Also, das war mein Heiligabend auf Hautecombe! :)

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