Das ist ein heikles Thema, darüber sprechen wir Deustchen nicht

Jeden Donnerstag ist im "Salle du Roi" (Essensaals des Königs) die Möglichkeit, sich an einen "Sprachentisch" zu setzten. Da hier so viele aus den verschiedensten Kontinenten kommen, ist das auch recht logisch. So gibt es Tische an denen u.A. die folgenden Sprachen während des Essens ausschließlich gesprochen werden: russisch, creole, spanisch, deutsch, englisch, ungarisch und auch lettisch. Von dem einen oder anderen gibt es mehr oder weniger "Vertreter". So sind die beiden Russinen unter sich und können mal russisch ganz frei beim Essen reden. Sonst ist es ja beim Essen etwas unfreundlich, wenn die beiden z.B. Russinen russisch miteinander reden (nicht unmöglich, aber) da alle um sie herum französisch reden und sie nicht verstehen können. Oder Kinga, Andras und Judit können ihr ungarisch wieder pflegen. Aber es ist auch nicht selten, dass die "Creoler" sich auch an den Englisch-Tisch setzten, da z.B. auf der Réunion auch englisch, wie creole gesprochen wird. Oder einige Frazosen wie auch Andras einen damit überraschen, dass sie zumindest ein wenig der deutschen Sprache mächtig sind. Oder wie Tabea-Christine andere die Tische dazu nutzen, andere Sprachen zu lernen, wie sie in dem Fall russisch. Sie kann wirklich schon Sätze sagen!
So hatte ich mich an diesem Donnerstag entschieden mich zum englischen Tisch zu setzen. Da aber keiner ausser die deutsche Tabea-Christine mit an den Tisch kam, wanderten wir zum deutschen Tisch, an dem schon Franziska, Christina, Nathalie (die deutsche Mutter (die Familie, die hier den Cyclus A macht, aus Berlin) und Alessandra saßen. Ich habe es sogar geschafft, den lieben Elsässer Matthieu aus meiner Frat an den Tisch zu kriegen. Es tat mal gut, sich auf deutsch austauschen zu können. Und man merkt, wie einfach die Unterhaltung wurde. Es ist einerseits recht leicht, da man alle deutsche Worte so gut wie kennt und daher eine weitere Ausdrucksmöglichkeit hat, als mit dem eigenen begrenzten französisch, andererseits und das ist ein wenig paradox, ist es schwer, wieder deutsch zu reden. Nicht, dass man das irgendwie verlernt, aber.. meine Formulieriungen haben vermutlich sehr an Höhe verloren, das sag ich euch. Also in dem Sinne, dass man das einfache französisch im Kopf blitzschnell übersetzt und quasi übersteztes französisch auf deutsch redet. Das ist nicht leicht zu erklären, aber auch etwas lustig. Was ich im Grunde damit ausdrücken will, ist, dass mein deutsch jetzt vermutlich sehr simple klingt, also, ich wohl kaum die großen Formulierungen hinbekomme. Also verlangt keine fachlich korrekte Erörterung z.B. einer Karikatur demnächst von mir, okay? ;)
Aber noch zu was Anderem: Als Matthieu so an unserem Tisch saß, geriet er in Ausdrucksschwierigkeiten, als er uns mitteilen wollte, was für ein Gefühl er gerade auf den Lippen hat: "Meine Lippe sind so.. rutschig. Wie sagt man auf deutsch?" Tja, da hat er uns zum Nachdenken gebracht. Uns viel nämlich wirklich nicht ein, wie man das ausdrückt, wenn die Lippen gefettet sind, also nach fettigem Essen und dann so glatt sind, dass man da so rüberrutsch. Wie man das auf deutsch bezeichnet. Also überlegt und dachten wir alle Deutschen nach und keinem fiel ein, wie man das passend auf deutsch wirklich sagt, ob wir dafür überhaupt einen Ausdruck haben! Und uns ist wirklich nicht eingefallen, wie wir das nennen, wenn unsere Lippen sich so "rutschig" anfühlen.. Naja, Alessandra hat dann das große Überlegen, unser Hirnzermatten, mit dem obigen Satz (Überschrift) beendet, natürlich mit Humor gemeint: "Das ist ein heikles Thema, darüber sprechen wir Deutschen nicht". So kann man auch ganz schnell sich aus der Affäre ziehen, dass uns einfach das Wort fehlte.. Und es war situativ ein sehr lustiger Einwurf.
Das ist die "Story" hinter der Überschrift. Seid gespannt, was ich noch in den anderen schreibe ;) (Ende)!

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